"Wort zur Woche" vom 1. September 2018

   Kathrin Riedl, Religionspädagogin

Ich glaub - ich träum
Geht es Ihnen auch manchmal so? Man erlebt eine Situation und weiß nicht, ob sie nun Traum oder Wirklichkeit ist.
In der Apostelgeschichte wartet Petrus im Gefängnis auf seinen Prozess. Die Situation ist ausweglos und beängstigend. Doch in einer Nacht wird er aus dem Gefängnis und aus den Ketten in denen er liegt befreit. Der Engel des Herrn kommt in einem hellen Licht zu Petrus und führt ihn hinaus. Petrus weiß nicht ob er träumt oder ob es wirklich wahr ist. Erst später realisiert er: „Gott hat mich befreit!“ Diese Botschaft macht nicht nur ihm Mut, sondern auch allen, die für ihn gebetet haben.

Gott will uns befreien, die Fesseln der Angst lösen und uns herausführen aus scheinbar ausweglosen Situationen.
In dieser Woche hatten viele Schülerinnen und Schüler ihren ersten Schultag. Vor so einem Tag ist man ungeheuer aufgeregt und so mancher wird sich am Dienstag nicht sicher gewesen sein: „Ist es wirklich wahr? Bin ich jetzt tatsächlich ein Schulkind? Was wird mich erwarten?“  
Die älteren Schülerinnen und Schüler werden sich das auch gefragt haben, aber sicher vor dem Hintergrund, dass ihre Ferien nun vorbei sind: „Kann das wirklich sein? Wie konnten die letzten Wochen so schnell vergehen? Was haben wir alles erlebt und was bleibt davon? Was wird im kommenden Schuljahr auf uns zukommen?“
Auch für die Erwachsenen gibt es immer wieder Neuanfänge und neue Situationen zu bewältigen. Da tut es gut, einen Freund oder eine Freundin zu haben, die uns in solchen Momenten des Lebens begleiten, uns Sicherheit geben und spüren lassen, dass wir nicht alleine sind.
Petrus erfuhr die Unterstützung seiner Freunde im Gebet und wurde von einem Engel herausgeführt aus der Gefangenschaft. So ein Freund möchte Gott auch für uns sein. Er nimmt uns an die Hand und schenkt uns Mut. Wenn wir unsere Augen und unser Herz dafür öffnen, können wir sehen und spüren: „Ich glaub- ich träum nicht!“